ForschungFallstudien
PlanSmart in Costa Rica

PlanSmart in Costa Rica

In Costa Rica wird das Flusseinzugsgebiet des Río Grande de Tárcoles als Transferfallstudie untersucht, da dort die Problemlage am dringendsten ist: der Río Grande de Tárcoles ist der am meisten verschmutzte Fluss in Zentralamerika. Die Herausforderungen, für welche Lösungen gefunden und umgesetzt werden müssen, beinhalten neben der Verschmutzung des Gewässers durch Schwermetalle, Pestizide, pathogene Mikroorganismen und biologisch nicht abbaubare Materialien auch die Verschmutzung des Grundwassers durch Nitrate und Düngungsmittel, Erosion durch Viehhaltung, Überschwemmungen in städtischen Gebieten, illegale Bebauungen der Flussufer und gesundheitliche Risiken durch Magen-Darm Erkrankungen.

Die Problemlage ähnelt in den Herausforderungen bezüglich der Wasserqualität und Hochwasser in urbanen Räumen denen an der Lahn. Die Ökosysteme, ökonomische Aktivitäten und der institutionelle Hintergrund beider Regionen sind jedoch aufgrund der geographischen Lage sehr unterschiedlich.

Ansätze und Tools von PlanSmart können dort in einem anderen sozio-ökologischen Kontext getestet werden. Zusätzlich kann von den Modellen und Erfahrungen unserer Partner gelernt werden.

Die Arbeit hier besteht aus zwei Elementen: zum einen können zwei Governance-Modelle für Wassermanagement in zwei verschiedenen Ländern verglichen werden (das EU-LIFE Projekt LiLa – Living Lahn und die CGICRGTárcoles - Comisión de Gestión Integral de la Cuenca del Río Grande de Tárcoles) und zum anderen kann der partizipative Prozess (das LahnLab) in einem anderen Governance-Kontext getestet werden.


WEITERE AKTIVITÄTEN IN COSTA RICA

  • PlanSmart trifft Projektgruppe SEE-URBAN-WATER der TU Darmstadt

    Im Dezember 2018 traf sich die Forschungsgruppe PlanSmart mit der noch jungen, ebenfalls vom BMBF geförderten Forschungsgruppe SEE-URBAN-WATER zu einem gemeinsamen zweitägigen Workshop zum Kennenlernen und Austauschen.
    SEE-URBAN-WATER arbeitet in Gebieten Costa Ricas mit dem Fokus auf der Interaktion technischer Infrastruktursysteme mit urbanen Ökosystemleistungen, sowie mit der Rolle von urbaner Umgebung in dieser Beziehung in Entwicklungsländern.

    Während des Workshops konnten die Teilnehmenden ihre Erfahrungen bzgl. inter- und transdisziplinärer Forschung austauschen, über die Planung und Implementierung von naturbasierten Lösungen auf verschiedenen räumlichen Ebenen diskutieren und Möglichkeiten zur Kooperation der beiden Projekte identifizieren. So konnte die Planung von gemeinsamen Stakeholder Workshops in Costa Rica vereinbart und vorangetrieben werden.

    Wir freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit mit der SEE-URBAN-WATER Forschungsgruppe.

    © PlanSmart
  • Interviews zur Datenerhebung für die Governance-Analyse

    Im Flusseinzugsgebiet des Río Grande de Tárcoles gibt es sowohl viele lokale Initiativen, die sich um naturbasierte Lösungen wie z.B. die Renaturierung des Ufers bemühen, als auch nationale politische Programme, wie die Strategie zur Anpassung an den Klimawandel, die die Umsetzung naturbasierter Lösungen in Zukunft fördern möchten. Für die Umsetzung und Koordination von Aktivitäten und Maßnahmen im Rahmen eines integrierten Flussmanagements ist derzeit die CGICRGTárcoles (Comisión de Gestión Integral de la Cuenca del Río Grande de Tárcoles) zuständig. Sie besteht aus dem Umweltministerium (MINAE), dem Agrarministerium (MAG), dem Gesundheitsministerium (MS), der Nationalen Energieversorgungsgesellschaft (CNFL), der Nationalen Wasserversorgungsgesellschaft (SENARA), Universitäten (Nationale Universität - UNA, Universität von Costa Rica - UCR, Technische Nationale Universität - UTN), lokalen Gemeinden, Nichtregierungsorganisationen, lokalen Organisationen und dem Verteidigungsamt der Bewohner der Republik (DHR).

    Um das aktuelle Governance-Modell am Río Grande de Tárcoles analysieren zu können und die lokalen Stakeholder kennenzulernen, hat PlanSmart im März/April 2019 erste Interviews mit den teilnehmenden Institutionen der CGICRGT und anderen wichtigen politischen Akteuren für Flussmanagement in Costa Rica geführt. Unterstützt wurde PlanSmart dabei von der FundaciónNeotrópic.

    In einem nächsten Schritt sollen partizipative Elemente des LahnLabs mit diesen Akteuren getestet werden. Zudem konnten erste Kontakte zu verschiedenen Instituten der Universidad de Costa Rica in San José geknüpft werden, u.a. der Escuela de Architectura, der Escuela de Geografía und der Escuela de CienciasPolíticas.

    Nächste Schritte sind neben der Governance-Analyse nun die Planung und Vorbereitung der Workshops zu Beginn nächsten Jahres. Dafür gilt es u.a. einen Flussabschnitt zu definieren, mit dem geplant werden soll, ebenso wie die Stakeholder, die teilnehmen und die Instrumente, die getestet werden sollen.